Hypoallergenes Hundefutter und Ausschlussdiät: was dahintersteckt

Hypoallergenes Hundefutter enthält entweder Eiweiß, das dein Hund noch nie gefressen hat, oder Eiweiß, das so stark zerlegt ist, dass sein Immunsystem es nicht mehr erkennt. Ob das Futter hinter Juckreiz oder Durchfall steckt, klärt nur eine Ausschlussdiät mit anschließendem Gegentest. Bei Hautbeschwerden dauert sie mindestens acht Wochen, und sie gehört unter tierärztliche Begleitung.

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Auf dieser Seite
  1. Bevor du das Futter wechselst
  2. Was bedeutet hypoallergen bei Hundefutter?
  3. Welche Futtermittel lösen beim Hund am häufigsten Allergien aus?
  4. Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit: was ist der Unterschied?
  5. Welche Symptome hat ein Hund mit Futtermittelallergie?
  6. Wie läuft eine Ausschlussdiät beim Hund ab?
  7. Wie funktioniert der Gegentest nach der Ausschlussdiät?
  8. Was zählt während der Ausschlussdiät alles mit?
  9. Ist ein Allergietest beim Hund sinnvoll?
  10. Welches Futter bekommt dein Hund nach der Diät?
  11. Wann musst du mit deinem Hund in die Tierarztpraxis?

Bevor du das Futter wechselst

Im Handel findest du viele Packungen mit der Aufschrift „hypoallergen“. In der EU-Verordnung, die Diätfuttermittel für Hunde und Katzen regelt, kommt dieses Wort allerdings nicht vor. Die Aufschrift allein sagt dir also wenig darüber, ob ein Futter für deinen Hund passt.

Der verlässliche Weg ist deshalb eine Ausschlussdiät mit anschließendem Gegentest, kein Test aus dem Labor. So steht es übereinstimmend in den Leitlinien des internationalen Fachgremiums für Allergien bei Tieren (ICADA) und im MSD Veterinary Manual.

Was bedeutet hypoallergen bei Hundefutter?

Gemeint ist Futter, auf das dein Hund möglichst nicht allergisch reagiert. Dafür gibt es zwei Wege: Futter mit wenigen Zutaten, die er noch nie gefressen hat, oder Futter mit hydrolysiertem, also in sehr kleine Stücke zerlegtem Eiweiß. Beide nennen die ICADA-Leitlinien als Grundlage für eine Ausschlussdiät.

Das EU-Recht regelt solches Futter als Diätfuttermittel „zur Minderung von Ausgangserzeugnis- und Nährstoffintoleranzerscheinungen“. Nach der Verordnung (EU) 2020/354 enthält es wenige, ausgewählte Eiweißquellen oder hydrolysiertes Eiweiß und trägt den Hinweis, vor der Verwendung den Rat eines Tierarztes einzuholen.

Futter mit neuen Zutaten

Ein solches Futter enthält Eiweiß und Kohlenhydrate, die dein Hund bisher nicht bekommen hat. Die ICADA-Leitlinien nennen als Beispiele Kaninchen, Känguru, Wild oder Pferd. Diese Zutaten sind aber nicht an sich weniger allergen. Sie sind nur für deinen Hund neu, betont die Ernährungsabteilung der tierärztlichen Fakultät der Tufts University in den USA, kurz Tufts.

Auch Reis, Mais, Erbsen oder Kartoffeln enthalten Eiweiß und zählen deshalb mit. Nach dem MSD Veterinary Manual darf das Diätfutter keine Zutat enthalten, die dein Hund schon einmal bekommen hat. Hat er früher Pferd gefressen, ist ein Futter mit Pferd für die Diät also nicht mehr geeignet.

Weißt du nicht genau, was dein Hund früher gefressen hat, etwa weil er erst als erwachsener Hund zu dir kam, ist ein hydrolysiertes Futter nach Tufts oft die bessere Wahl.

Hydrolysiertes Futter

Bei hydrolysiertem Futter wird das Eiweiß so klein zerlegt, dass das Immunsystem es nicht mehr erkennt. So beschreiben es MSD Veterinary Manual und Tufts. Für Hunde mit Hautproblemen empfehlen laut Tufts die meisten Tierärzte mit Fachausbildung für Hautkrankheiten ein besonders stark hydrolysiertes Futter.

Eine Garantie ist auch das nicht. Hydrolysiertes Futter wird nach den ICADA-Leitlinien meist aus Huhn oder Soja hergestellt, und manche Hunde mit einer Allergie gegen Huhn oder Soja sprechen darauf nicht an. Kein Futter hilft nachweislich allen Hunden mit Futtermittelallergie.

Und getreidefrei?

„Getreidefrei“ heißt nicht hypoallergen. Nach Tufts sind Allergien gegen Getreide bei Hunden noch seltener als Futtermittelallergien insgesamt. Betroffene Hunde reagieren am ehesten auf tierisches Eiweiß wie Huhn, Rind oder Milchprodukte, weil diese Zutaten lange am häufigsten im Futter steckten. Ein getreidefreies Futter mit Huhn hilft einem Hund mit Allergie gegen Huhn also nicht.

Langhaariger, goldbrauner Hund dreht sich auf einer Holzterrasse um und knabbert sich an der Flanke

Welche Futtermittel lösen beim Hund am häufigsten Allergien aus?

Am häufigsten Rindfleisch. Eine Arbeitsgruppe um den Tierarzt Thierry Olivry von der North Carolina State University, an der auch die Medizinische Kleintierklinik der LMU München beteiligt ist, hat dazu in der Fachzeitschrift BMC Veterinary Research 297 Hunde ausgewertet, bei denen ein Gegentest den Auslöser bestätigt hatte. Rind betraf gut jeden dritten Hund, danach folgten Milchprodukte, Huhn und Weizen.

Bestätigte Auslöser bei 297 Hunden, ein Hund kann auf mehrere Zutaten reagieren. Quelle: BMC Veterinary Research 2016, Arbeitsgruppe Olivry.
ZutatAnteil der Hunde
Rind34 %
Milchprodukte17 %
Huhn15 %
Weizen13 %
Soja6 %
Lamm5 %
Mais4 %
Ei4 %
Schwein2 %
Fisch2 %
Reis2 %

Die Tabelle zeigt auch, womit der Gegentest nach der Diät sinnvoll beginnt: Die Autoren raten, zuerst Rind und Milchprodukte zu prüfen.

Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit: was ist der Unterschied?

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf einen Bestandteil des Futters, meist auf ein Eiweiß. Bei einer Futtermittelunverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt. So unterscheiden es die ICADA-Leitlinien. Beide sehen oft gleich aus, und geklärt werden beide auf demselben Weg: mit Ausschlussdiät und Gegentest.

Wie häufig ist das? Unter allen Hunden in der Tierarztpraxis haben nach der Arbeitsgruppe Olivry nur 1 bis 2 Prozent eine Futtermittelallergie mit Hautbeschwerden, unter Hunden mit Juckreiz je nach Studie 9 bis 40 Prozent. Bei Juckreiz das ganze Jahr über raten die Autoren deshalb zur Ausschlussdiät.

Welche Symptome hat ein Hund mit Futtermittelallergie?

Das häufigste Zeichen ist Juckreiz. In einer Übersicht der Arbeitsgruppe Olivry über 825 Hunde juckte es etwa die Hälfte am ganzen Körper, besonders oft an Ohren, Pfoten und Bauch, rund um den After dagegen selten. Typische Zeichen sind:

  • Juckreiz, der sich durch Kratzen, Lecken, Knabbern, Reiben oder Kopfschütteln zeigt
  • Hautinfektionen durch Bakterien oder Hefepilze, die immer wiederkommen
  • Entzündungen des äußeren Gehörgangs
  • Durchfall, weicher Kot oder häufiger Kotabsatz
  • Erbrechen, Blähungen oder Pressen beim Kotabsatz

Manchmal ist nur der Darm betroffen. In Studien von Fachleuten für innere Medizin hatten nach der Arbeitsgruppe Olivry 73 Prozent der Hunde mit einer Reaktion auf das Futter nur Verdauungsbeschwerden. Hält Durchfall oder Erbrechen lange an, sollte eine Ausschlussdiät deshalb früh in der Abklärung zur Sprache kommen.

Eine Futtermittelallergie kann in jedem Alter beginnen. Nach derselben Übersicht hatten knapp 40 Prozent der betroffenen Hunde die ersten Hautzeichen schon bis zum ersten Geburtstag.

Andere Ursachen mit denselben Zeichen

Dieselben Beschwerden können von Flöhen, Milben, Haut- und Ohrinfektionen oder einer Umweltallergie kommen, etwa gegen Pollen oder Hausstaubmilben. Die ICADA-Leitlinien sehen deshalb eine feste Reihenfolge vor: Die Tierarztpraxis schließt zuerst Flöhe und andere Parasiten aus, behandelt Infektionen und macht bei Juckreiz, der das ganze Jahr anhält, eine Ausschlussdiät.

Hilft der Blick auf die Jahreszeit?

Ein Stück weit. Nach dem MSD Veterinary Manual schwankt der Juckreiz bei einer Futtermittelallergie über das Jahr kaum. Kommt er nur im Frühling und Sommer, spricht das eher für Pollen. Juckreiz das ganze Jahr über beweist aber keine Futtermittelallergie, denn auch Hausstaubmilben sind immer da. Notiere deshalb, wann es schlimmer und wann es besser wird.

Wie läuft eine Ausschlussdiät beim Hund ab?

Eine Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt, zeigt, ob das Futter die Beschwerden auslöst. Dein Hund bekommt über mehrere Wochen nur ein einziges, ausgewähltes Futter und Wasser. Die Diät gehört unter tierärztliche Begleitung. Nach dem MSD Veterinary Manual legt deine Tierarztpraxis den Plan für deinen Hund fest. So läuft sie in der Regel ab:

  1. Futtergeschichte aufschreiben. Notiere alle Futtersorten, Leckerlis, Kauartikel und Reste vom Tisch, die dein Hund bisher bekommen hat.
  2. Futter mit der Praxis auswählen. Infrage kommen ein Futter mit neuen Zutaten, ein hydrolysiertes Futter oder selbst gekochtes Futter nach einem Rezept, das eine Fachtierärztin oder ein Fachtierarzt für Ernährung zusammengestellt hat.
  3. Nur dieses Futter füttern. Dazu gibt es nur Wasser. Nach den ICADA-Leitlinien verderben schon kleine Mengen anderer Lebensmittel das Ergebnis.
  4. Lange genug durchhalten. Bei Hautbeschwerden mindestens acht Wochen. In der Auswertung der Arbeitsgruppe Olivry waren die Beschwerden nach fünf Wochen bei mehr als 85 Prozent der Hunde abgeklungen, nach acht Wochen bei mehr als 95 Prozent. Bei reinen Verdauungsbeschwerden nennt Tufts drei bis vier Wochen.
  5. Tagebuch führen. Halte fest, wie stark der Juckreiz ist, wie der Kot aussieht und ob dein Hund doch etwas anderes erwischt hat.
  6. Bis zur Kontrolle weiterfüttern. Nach den ICADA-Leitlinien läuft die Diät, bis die Tierarztpraxis deinen Hund wieder untersucht hat.
  7. Gegentest machen. Ist es besser geworden, bekommt dein Hund wieder das frühere Futter oder einzelne frühere Zutaten. Kehren die Beschwerden zurück, ist das Futter als Ursache bestätigt. Dieser Schritt heißt Provokation.

Die Arbeitsgruppe Olivry hat außerdem Laboruntersuchungen von Futter ausgewertet. Bei Futter mit „neuen“ oder „wenigen“ Zutaten enthielten je nach Studie 33 bis 83 Prozent Bestandteile, die nicht auf dem Etikett standen. Bei hydrolysiertem Futter fiel das nur einmal auf. Tufts rät deshalb, für die Diät ein tierärztliches Diätfutter zu nehmen und kein Futter mit wenigen Zutaten aus dem freien Handel.

Gilt das auch für Welpen?

Nur mit besonderer Vorsicht. Nach Tufts erfüllen nur sehr wenige Futter mit neuen Zutaten oder hydrolysiertem Eiweiß die besonderen Nährstoffansprüche wachsender Hunde. Plane eine Ausschlussdiät bei einem Welpen deshalb nur zusammen mit der Tierarztpraxis. Wie du sonst sicher auf ein neues Futter wechselst, steht im Ratgeber Futterumstellung beim Hund.

Wie funktioniert der Gegentest nach der Ausschlussdiät?

Erst der Gegentest zeigt, ob wirklich das Futter schuld war. Nach dem MSD Veterinary Manual reicht es nicht, dass es während der Diät besser wird, denn die Besserung kann auch zufällig gekommen sein. Bestätigt ist die Futtermittelallergie erst, wenn die Beschwerden mit dem früheren Futter zurückkommen.

Wie lange musst du warten? Nach dem MSD Veterinary Manual kommen die Beschwerden meist zwischen einer Stunde und 14 Tagen zurück. Nach der Arbeitsgruppe Olivry gilt genauer: Bei der Hälfte der Hunde wurde es innerhalb von fünf Tagen schlechter, bei 90 Prozent innerhalb von 14 Tagen. Nur etwa 9 Prozent reagierten schon am ersten Tag. Bleibt es einen Tag lang ruhig, ist die Zutat also noch nicht entlastet.

Ist die Allergie bestätigt, bekommt dein Hund nach dem MSD Veterinary Manual wieder das Diätfutter, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Das dauert meist weniger als 14 Tage. Danach kommen frühere Zutaten einzeln dazu, jede für bis zu 14 Tage. Kehren die Beschwerden zurück, gilt diese Zutat als Auslöser. Die Einzelheiten legst du mit der Praxis fest, einen einheitlichen Ablauf gibt es nach der Arbeitsgruppe Olivry noch nicht.

Was zählt während der Ausschlussdiät alles mit?

Alles, was dein Hund ins Maul nimmt. Nach den ICADA-Leitlinien scheitern Ausschlussdiäten häufig daran, dass nebenbei doch etwas anderes gefressen wird. Typische Fallen sind:

  • Leckerlis und Belohnungen im Training
  • Kauartikel, Snacks zur Zahnpflege und Zahnpasta mit Geschmack
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Tabletten mit Geschmack, zum Beispiel Kautabletten gegen Flöhe, Zecken oder Würmer. Frag in der Tierarztpraxis, ob es eine Form ohne Geschmack gibt.
  • Tabletten, die du in Käse, Wurst oder Leberwurst versteckst, und Kapseln aus Gelatine
  • Reste vom Tisch, Krümel auf dem Boden und der leere Napf eines anderen Haustiers
  • Kot anderer Tiere beim Spaziergang

Sprich deshalb mit allen, die deinen Hund füttern könnten: Familie, Nachbarn, Hundesitter. Nach dem MSD Veterinary Manual bekommt dein Hund während der Diät nur das Futter und die Leckerlis, die deine Tierarztpraxis empfohlen hat. Frag dort also auch, womit du im Training belohnen kannst.

Ist ein Allergietest beim Hund sinnvoll?

Für eine Futtermittelallergie nicht. Bluttests auf Antikörper gegen Futterbestandteile sind bei Hunden nicht zuverlässig. Zu diesem Schluss kommt die Arbeitsgruppe Olivry nach der Auswertung von 22 Arbeiten. Wurde dieselbe Blutprobe zweimal untersucht, kamen teils unterschiedliche Ergebnisse heraus. Viele Hunde mit Umweltallergie hatten auffällige Werte gegen Futter, obwohl ihnen die Diät nicht half. Auch die anderen Tests schnitten schlecht ab, wie die Tabelle zeigt.

Nach der Arbeitsgruppe Olivry (Teil 4), den ICADA-Leitlinien, dem MSD Veterinary Manual und Tufts.
VerfahrenWas die Fachliteratur dazu sagt
Ausschlussdiät mit GegentestDer zuverlässigste Weg zur Diagnose
Bluttest auf Antikörper gegen FutterNicht zuverlässig, Ergebnisse schwanken
Hauttest mit gespritztem FutterbestandteilViele falsche Treffer, echte Allergien bleiben oft unentdeckt
Pflastertest mit FutterbestandteilenKeine Diagnose, kann bei manchen Hunden bei der Wahl der Diät helfen
Haar- oder SpeicheltestUngenau, Tufts rät, dafür kein Geld auszugeben

Anders ist es bei Umweltallergien. Hat die Tierarztpraxis eine solche Allergie festgestellt, können Tests nach den ICADA-Leitlinien und dem MSD Veterinary Manual helfen, die Auslöser für eine gezielte Behandlung auszuwählen. Die Allergie selbst beweisen sie nicht.

Was kostet ein Allergietest beim Hund?

Einen festen Preis gibt es nicht. Tierarztpraxen in Deutschland rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte ab. Danach liegt eine Gebühr in der Regel zwischen dem einfachen und dem dreifachen Satz, je nach Schwierigkeit und Zeitaufwand. Frag vorher in deiner Praxis nach einem Kostenvoranschlag und danach, was der Test in deinem Fall klären soll.

Langhaariger Hund steckt den Kopf tief in einen Edelstahlnapf und frisst im Gras

Welches Futter bekommt dein Hund nach der Diät?

Eines ohne seine Auslöser, das ihn vollständig versorgt. Nach dem MSD Veterinary Manual heißt die Behandlung einer bestätigten Futtermittelallergie: die Auslöser konsequent meiden.

Willst du für die Diät selbst kochen, gilt nach Tufts: nur mit einem Rezept von einer Fachtierärztin oder einem Fachtierarzt für Ernährung, damit dein Hund alle nötigen Nährstoffe bekommt. Möchtest du ihn danach dauerhaft selbst bekochen oder barfen, sprich auch das mit deiner Praxis ab. Mehr zum Barfen steht im Ratgeber Barfen für Anfänger.

Auch ein Hund, der lange gut mit seinem Futter zurechtkam, kann nach dem MSD Veterinary Manual im Lauf des Lebens gelegentlich auf neue Bestandteile allergisch reagieren. Kommen die Beschwerden wieder, geh erneut in die Praxis.

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Wann musst du mit deinem Hund in die Tierarztpraxis?

Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie immer, und zwar bevor du das Futter umstellst. Auch auf den passenden Diätfuttermitteln steht nach EU-Recht der Hinweis, vor der Verwendung den Rat eines Tierarztes einzuholen.

Quellen

Die Arbeitsgruppe Olivry (North Carolina State University, LMU München und andere) hat ihre Auswertungen in der Fachzeitschrift BMC Veterinary Research als Reihe „Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals“ veröffentlicht. Ein Futterhersteller hat die Reihe finanziert, laut den Autoren ohne Einfluss auf den Inhalt. Außer den Rechtstexten sind alle Quellen englisch.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Was ist hypoallergenes Hundefutter?

Futter mit wenigen Zutaten, die dein Hund noch nie gefressen hat, oder Futter mit hydrolysiertem, also stark zerlegtem Eiweiß. In der EU-Verordnung über Diätfuttermittel kommt das Wort „hypoallergen“ nicht vor.

Wie lange dauert eine Ausschlussdiät beim Hund?

Bei Hautbeschwerden mindestens acht Wochen, bei reinen Verdauungsbeschwerden nach der Tufts University drei bis vier Wochen. Danach folgt der Gegentest. Die genaue Dauer legst du mit deiner Tierarztpraxis fest.

Ist ein Allergietest beim Hund sinnvoll?

Für Futtermittelallergien nicht. Bluttests, Haartests und Speicheltests gelten bei Hunden als unzuverlässig. Der zuverlässigste Weg ist die Ausschlussdiät mit Gegentest.

Was kostet ein Allergietest beim Hund?

Einen festen Preis gibt es nicht. Tierarztpraxen rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte ab, je nach Aufwand in der Regel zum einfachen bis dreifachen Satz. Frag vorher in deiner Praxis nach den Kosten.

Woran erkenne ich eine Futtermittelallergie beim Hund?

Häufig sind Juckreiz, wiederkehrende Haut- und Ohrentzündungen sowie Durchfall oder häufiger Kotabsatz. Dieselben Zeichen können auch Flöhe, Milben, Infektionen oder eine Umweltallergie auslösen. Klären lässt sich das nur mit der Tierarztpraxis.

Auf welche Futtermittel reagieren Hunde am häufigsten allergisch?

Am häufigsten auf Rind, danach auf Milchprodukte, Huhn und Weizen. Das zeigt eine Auswertung von 297 Hunden mit bestätigter Futtermittelallergie.

Wie kann ich eine Futterunverträglichkeit beim Hund testen?

Mit einer Ausschlussdiät und anschließendem Gegentest, abgesprochen mit der Tierarztpraxis. Dein Hund bekommt dabei über Wochen nur ein Futter mit neuen Zutaten oder ein hydrolysiertes Diätfutter.

Darf mein Hund während der Ausschlussdiät Leckerlis bekommen?

Nur die, die deine Tierarztpraxis für die Diät empfohlen hat. Normale Leckerlis, Kauartikel und Kautabletten mit Geschmack verfälschen das Ergebnis schon in kleinen Mengen.

Mein Hund kratzt sich nur im Frühling und Sommer. Ist das Futter schuld?

Eher nicht. Bei einer Futtermittelallergie schwankt der Juckreiz über das Jahr kaum, Juckreiz nur zu bestimmten Jahreszeiten spricht eher für Pollen. Lass das in der Tierarztpraxis abklären.

Wann muss ich mit meinem Hund wegen Verdacht auf Futterallergie in die Tierarztpraxis?

Geh mit deinem Hund in die Tierarztpraxis, bevor du sein Futter wegen Juckreiz, Hautproblemen, Ohrentzündungen oder Verdauungsbeschwerden umstellst, und ändere während einer Ausschlussdiät nichts ohne Absprache. Ruf sofort eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an, wenn dein Hund kurz nach dem Fressen plötzlich Durchfall bekommt, stark sabbert, erbricht, blasses Zahnfleisch hat, zusammenbricht oder krampft. Schwillt sein Gesicht an, etwa an den Lefzen, an der Schnauze oder um die Augen, ruf ebenfalls in der Praxis an.