Anfängerhunde: welcher Hund für Anfänger geeignet ist und warum

Für Anfänger eignet sich ein Hund, der freundlich, anpassungsfähig und gut zu führen ist und nicht mehr Bewegung oder Beschäftigung braucht, als du ihm bieten kannst. Das hängt mehr vom einzelnen Hund als von der Rasse ab. Ein erwachsener, ausgeglichener Hund aus dem Tierheim ist oft leichter als ein Welpe.

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Auf dieser Seite
  1. Welcher Hund ist für Anfänger geeignet?
  2. Welche Rassegruppen sind eher leicht, welche eher anspruchsvoll?
  3. Welpe oder erwachsener Hund: was ist für Anfänger leichter?
  4. Ist ein Mischling aus dem Tierheim ein guter Anfängerhund?
  5. Was sollte ich vor dem ersten Hund klären?
  6. Brauche ich als Anfänger einen Hundeführerschein?
  7. Welche Fehler machen Anfänger bei der Wahl des Hundes?

Welcher Hund ist für Anfänger geeignet?

Den einen Anfängerhund gibt es nicht. Listen mit „den fünf besten Rassen für Ersthalter“ klingen hilfreich, übersehen aber zweierlei: Innerhalb einer Rasse unterscheiden sich Hunde stark, und was für eine Person leicht ist, kann für eine andere schwer sein. Ein sportlicher Mensch mit viel Zeit kommt mit einem bewegungsfreudigen Hund gut zurecht, eine Familie in der Stadtwohnung vielleicht nicht.

Sinnvoller ist es, auf bestimmte Eigenschaften zu achten. Die folgende Übersicht zeigt, was einen Hund für Anfänger leichter macht und woran du es erkennen kannst, egal ob Rassehund oder Mischling.

Eigenschaften, die einen Hund für Anfänger leichter machen
EigenschaftWarum das wichtig istWoran du es erkennst
Freundlich zu Menschen und HundenWeniger schwierige Begegnungen im AlltagGeht offen auf Fremde zu, ohne zu bedrängen, bleibt bei anderen Hunden gelassen
AnpassungsfähigKommt mit Stadt, Besuch und Veränderungen klarErholt sich schnell, wenn etwas Neues passiert
Mittlerer BewegungsbedarfPasst in einen normalen ArbeitsalltagIst nach einem längeren Spaziergang zufrieden und kommt zur Ruhe
Gut zu führenLernt gern mit dir zusammen und will dir folgenSchaut sich nach dir um, reagiert auf Ansprache
Wenig ausgeprägte SpezialaufgabeKein starker Jagd-, Hüte- oder Schutztrieb, den du lenken musstInteressiert sich draußen nicht nur für Wild oder Bewegungen
Überschaubare PflegeWeniger Aufwand und Kosten für Fell, Ohren und HautFell, das ohne regelmäßigen Hundefriseur auskommt

Kein Hund erfüllt alle Punkte perfekt. Je mehr davon zutreffen, desto leichter wird der Start. Und jeder Hund, auch der einfachste, braucht Erziehung, Zeit und Geduld.

Welche Rassegruppen sind eher leicht, welche eher anspruchsvoll?

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI), der internationale Dachverband, zu dem auch der deutsche VDH gehört, ordnet Rassehunde zehn Gruppen zu. Die Gruppen spiegeln wider, wofür die Rassen ursprünglich gezüchtet wurden. Das sagt viel darüber, was ein Hund heute noch braucht. Die Einschätzung in der Tabelle ist eine grobe Richtung, keine Bewertung einzelner Hunde.

Die zehn FCI-Gruppen und was ihre ursprüngliche Aufgabe für Anfänger bedeutet
FCI-GruppeBeispieleUrsprüngliche AufgabeFür Anfänger
9: Gesellschafts- und BegleithundePudel, Havaneser, MalteserBegleiter des Menschenoft gut geeignet, Fellpflege beachten
8: Apportier-, Stöber- und WasserhundeLabrador, Golden Retriever, Cocker SpanielMit dem Jäger zusammenarbeitenoft gut geeignet, brauchen viel Bewegung und Beschäftigung
2: Pinscher, Schnauzer, Molosser, SennenhundeZwergschnauzer, Berner Sennenhund, BoxerWachen, Schützen, Arbeiten auf dem Hofsehr unterschiedlich, große Rassen brauchen Erfahrung beim Führen
6: Laufhunde und SchweißhundeBeagle, BassetSpuren selbstständig verfolgenfreundlich, aber oft starker Jagdtrieb und eigenständig
3: TerrierJack Russell Terrier, West Highland White TerrierRaubzeug jagen, oft unter der Erdetemperamentvoll und selbstbewusst, eher für Menschen mit Geduld
4: DachshundeDackelJagd unter der Erdeselbstständig, brauchen konsequente, freundliche Führung
1: Hüte- und TreibhundeBorder Collie, Australian Shepherd, SchäferhundHerden lenken und bewachensehr lernfreudig, aber mit hohem Beschäftigungsbedarf, eher anspruchsvoll
7: VorstehhundeWeimaraner, Deutsch KurzhaarWild anzeigenviel Energie und Jagdtrieb, eher anspruchsvoll
5: Spitze und Hunde vom UrtypHusky, Akita, SpitzSchlittenziehen, Wachen, Jagenoft unabhängig, viele Rassen eher anspruchsvoll
10: WindhundeWhippet, GreyhoundAuf Sicht hetzendrinnen oft ruhig, draußen starker Hetztrieb

Auch in einer „leichten“ Gruppe gibt es anspruchsvolle Einzelhunde, und in einer „anspruchsvollen“ Gruppe ruhige. Rede vor der Entscheidung mit Menschen, die diese Rasse halten, und lern die Elterntiere oder den Hund selbst kennen.

Welpe oder erwachsener Hund: was ist für Anfänger leichter?

Viele Ersthalter wünschen sich einen Welpen, weil sie ihn von Anfang an prägen wollen. Das stimmt, bedeutet aber auch viel Arbeit: Stubenreinheit, Beißen, Alleinbleiben und später die Pubertät. Welpen brauchen in den ersten Monaten fast ständig jemanden, der Zeit hat.

Ein erwachsener Hund hat seinen Charakter schon. Du siehst, ob er ruhig ist, wie er auf Kinder, Katzen oder andere Hunde reagiert und ob er allein bleiben kann. Gute Tierheime und Tierschutzvereine kennen ihre Hunde und helfen dir, einen passenden zu finden. Gerade für Anfänger ist das oft der sicherere Weg.

Welpe und erwachsener Hund im Vergleich
WelpeErwachsener Hund
Charakternoch nicht absehbarschon erkennbar
Zeitaufwand am Anfangsehr hoch, viele kurze Einheiten am Tagje nach Hund, oft geringer
Stubenreinheit und Alleinbleibenmuss gelernt werdenoft schon vorhanden, manchmal neu zu üben
Vorgeschichtebekannt, wenn der Züchter seriös istmanchmal unbekannt
Eingewöhnunglernt das neue Zuhause von Anfang anbraucht Zeit, um Vertrauen zu fassen

Entscheidest du dich für einen Welpen, hilft dir der Welpen-Wochenplan bei Schlaf, Übungen und den ersten Nächten.

Junger Mann kniet im Park neben einem jungen Hund, der aufmerksam zu ihm hochschaut

Ist ein Mischling aus dem Tierheim ein guter Anfängerhund?

Oft ja. Ein Mischling vereint Eigenschaften mehrerer Rassen, und bei einem erwachsenen Hund siehst du, welche davon überwiegen. Im Tierheim triffst du ihn mehrmals, gehst mit ihm spazieren und erfährst von den Pflegern, wie er im Alltag ist. Viele Tierheime vermitteln erst nach einem Gespräch und einem Vorbesuch, das schützt beide Seiten.

Frag gezielt nach: Wie reagiert der Hund auf Fremde, Kinder und Artgenossen? Kann er allein bleiben? Gibt es gesundheitliche Besonderheiten? Ein ehrliches Tierheim sagt dir auch, wenn ein Hund für Anfänger nicht passt. Hunde aus dem Auslandstierschutz können wunderbare Begleiter sein, haben aber manchmal Erfahrungen, die erst nach Wochen sichtbar werden, etwa Ängste im Straßenverkehr.

Was sollte ich vor dem ersten Hund klären?

Die Frage nach der Rasse kommt eigentlich erst an zweiter Stelle. Wichtiger ist, ob ein Hund in dein Leben passt, und zwar für viele Jahre.

  • Zeit. Ein Hund braucht jeden Tag Spaziergänge, Beschäftigung und Gesellschaft. Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt vor, dass ein Hund ausreichend Auslauf im Freien und ausreichend Umgang mit der Person bekommen muss, die ihn hält oder betreut.
  • Alleinbleiben. Wer lange arbeitet, braucht eine Lösung für die Zeit, in der niemand zu Hause ist. Alleinbleiben muss jeder Hund in kleinen Schritten lernen.
  • Wohnung. Darfst du laut Mietvertrag einen Hund halten? Gibt es Treppen, die ein großer oder älterer Hund schlecht schafft?
  • Geld. Futter, Tierarzt, Haftpflichtversicherung, Hundesteuer und Ausstattung kommen jeden Monat und jedes Jahr dazu. Die Hundesteuer legt deine Gemeinde fest, frag dort nach.
  • Urlaub und Notfälle. Wer kümmert sich, wenn du krank bist oder verreist?
  • Alle im Haushalt sind einverstanden. Auch bei möglichen Allergien, die vorher ärztlich geklärt werden sollten.
Frau geht mit zwei angeleinten Hunden auf einem Waldweg spazieren

Brauche ich als Anfänger einen Hundeführerschein?

Das hängt vom Bundesland ab. In Niedersachsen zum Beispiel müssen Menschen, die erstmals einen Hund halten, nach dem Niedersächsischen Hundegesetz ihre Sachkunde nachweisen. Die theoretische Prüfung wird vor der Aufnahme des Hundes abgelegt, die praktische während des ersten Jahres. Wer in den letzten zehn Jahren mindestens zwei Jahre ununterbrochen einen Hund gehalten hat, gilt dort ebenfalls als sachkundig.

Andere Bundesländer haben andere oder keine solchen Regeln. Erkundige dich bei deiner Gemeinde, bevor der Hund einzieht. Unabhängig von der Pflicht lohnt sich ein Kurs für Ersthalter: Du lernst dort, wie Hunde kommunizieren und wie Erziehung ohne Druck funktioniert.

Welche Fehler machen Anfänger bei der Wahl des Hundes?

  • Nach Aussehen wählen. Ein Hund, der auf Fotos hübsch aussieht, kann einen Alltag brauchen, der nicht zu dir passt.
  • Den Bewegungsbedarf unterschätzen. Gerade Hüte- und Jagdhunde sind mit einem Spaziergang um den Block nicht ausgelastet.
  • Spontan kaufen. Welpen aus dem Internet, von Parkplätzen oder ohne Elterntiere stammen oft aus Massenzucht und illegalem Handel. Seriöse Züchter und Tierheime lassen dich den Hund kennenlernen und stellen Fragen.
  • Die erste Zeit unterschätzen. Die ersten Wochen sind anstrengend, auch mit einem einfachen Hund. Plane Urlaub oder Homeoffice ein.
  • Probleme aussitzen. Wer früh Hilfe holt, etwa wenn der Hund an der Leine zieht oder nicht hört, spart sich viel Ärger.
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Quellen

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Welcher Hund ist für Anfänger geeignet?

Ein freundlicher, anpassungsfähiger Hund mit mittlerem Bewegungsbedarf und ohne stark ausgeprägte Spezialaufgabe wie Jagen oder Hüten. Ob ein Hund das mitbringt, hängt mehr vom Einzeltier als von der Rasse ab. Ein erwachsener, ausgeglichener Hund ist oft leichter als ein Welpe.

Welche Hunderasse ist für Anfänger am besten?

Eine beste Rasse gibt es nicht. Häufig gelten Gesellschafts- und Begleithunde wie Pudel oder Havaneser und Retriever als gut geeignet, wobei Retriever viel Bewegung brauchen. Entscheidend ist, ob der Hund zu deinem Alltag passt.

Ist ein Labrador ein Anfängerhund?

Viele Labradore sind freundlich und gut zu führen. Sie brauchen aber viel Bewegung, Beschäftigung und konsequente Erziehung, gerade als Junghund. Für aktive Anfänger mit Zeit kann das gut passen, für wenig Zeit eher nicht.

Ist ein Hund aus dem Tierheim für Anfänger geeignet?

Oft ja, besonders ein erwachsener Hund, dessen Charakter das Tierheim gut kennt. Frag nach seinem Verhalten mit Fremden, Kindern, Hunden und beim Alleinbleiben. Ein seriöses Tierheim sagt dir ehrlich, ob ein Hund zu Anfängern passt.

Welche Hunde sind für Anfänger eher nicht geeignet?

Hunde mit sehr hohem Arbeits- oder Jagdtrieb wie viele Hüte-, Vorsteh- und nordische Hunde sowie sehr große, kräftige Hunde, die man sicher führen können muss. Einzelne ruhige Tiere gibt es auch dort, sie sind aber eher die Ausnahme.

Hund anschaffen: was muss ich beachten?

Kläre Zeit, Alleinbleiben, Wohnung, laufende Kosten, Betreuung im Urlaub und ob alle im Haushalt einverstanden sind. Erkundige dich außerdem bei deiner Gemeinde nach Hundesteuer, Haftpflicht und einer möglichen Sachkundepflicht.

Brauche ich als Ersthalter einen Hundeführerschein?

In manchen Bundesländern ja. In Niedersachsen etwa müssen Ersthalter eine theoretische Prüfung vor dem Einzug und eine praktische im ersten Jahr ablegen. Was bei dir gilt, erfährst du bei deiner Gemeinde.

Ist ein kleiner Hund automatisch leichter?

Nein. Kleine Hunde sind leichter zu tragen und zu sichern, aber viele Terrier und Dackel sind selbstbewusst und eigenständig. Kleine Hunde brauchen dieselbe Erziehung wie große.